Akt 01 — Ein Samstag im Q1 2026Was du als Erstes merkst
Samstag, 9 Uhr. Dein Setup. Hälfte der Agents wirft Errors. Der eine Skill, an dem dein Hub hängt: Timeout. Eine Nachricht an Claude geht nicht durch. OpenAI-API seit drei Stunden tot.
9:15. Aktien-Widget. Oracle minus 38 Prozent. Nvidia minus 24. Microsoft minus 12. Amazon minus 9. Alphabet minus 11. Über eine halbe Billion Marktwert über Nacht weg.
9:30. Mails. Anthropic-Preisliste über Nacht verdoppelt, Token-Limits halbiert. „Reaktion auf die globale Compute-Knappheit.“ OpenAI folgt am Montag.
20 Uhr. Tagesschau. Zwischen den Crash-Bildern ein Beitrag aus Oberkochen: Zeiss, dessen Optik in jeder modernen Chipfabrik steckt, ordnet ein. Auftragsbuch noch über Jahre voll, keine Kurzarbeit. An der Börse kann die Firma ohnehin nicht abstürzen, sie ist gar nicht notiert. Aber auf der Schwäbischen Alb fragen die Ersten, wie sicher ihr Job noch ist, wenn die Chip-Industrie auf die Bremse tritt.
„ hatte recht. Wieder.“
— die Schlagzeile überall. Arbeitshypothese, mit der ich diese Recherche gestartet habe. Die nächsten drei Akte prüfen sie[46][05].
Akt 02 — Die MechanikWie das Geld bei den drei Hauptspielern im Kreis läuft
Bevor wir zum Samstagmorgen-Szenario zurückkommen, schauen wir uns an, was im ersten Quartal 2026 wirklich passiert ist. Drei Hauptspieler. Drei Schritte. Derselbe Topf Geld.
- →Microsoft → OpenAI: 13 Mrd. $ Equity plus Azure-Cloud-Backlog.
- →Oracle → OpenAI: 300-Mrd.-Stargate-Vertrag, zahlt erst ab 2027.
- →Amazon & Alphabet → Anthropic: zusammen über 60 Mrd. $ investiert oder zugesagt.[24][31]
- →Anthropic → Google: kolportierte rund 200 Mrd. $ für Cloud und TPUs ab 2027 (laut The Information; Reuters bestätigte die Grundzüge, nicht die Zahl) — gut 40 % von Googles 462-Mrd.-Backlog.[26][07]
- →Anthropic → SpaceX: 1,25 Mrd. $ pro Monat für die Colossus-Rechenzentren, bis zu 45 Mrd. $[28]
- →Alphabet → SpaceX: 6,11 % direkter Anteil, bei der IPO rund 90 Mrd. $ Papierwert.[29]
Goldman Sachs schätzt den zirkulären Anteil bis 2027 auf unter 15 Prozent von Nvidias Umsatz[13]. Die Skeptiker rechnen anders.
Akt 03 — In den BüchernWas wirklich in den Bilanzen der KI-Konzerne steht
Die 67 Milliarden Buchgewinn aus dem Karussell sind keine Hochrechnung. Hier stehen sie in den Q1-2026-SEC-Filings — sechs Firmen, sechs Bilanzen. Links, was gebucht ist, rechts, was wirklich Cash geworden ist. Alles -Buchgewinne auf KI-Beteiligungen und vertraglich zugesagte, aber noch nicht erbrachte Leistungen (). US-GAAP-Standard, alles legal.
Nimm Alphabet. Der Konzern buchte im ersten Quartal 28,7 Milliarden Gewinn auf seinen Anthropic-Anteil — ohne dass ein Cent floss, und bevor das eigene Geld überhaupt überwiesen war. Der Anteil stammt aus 2023; die 380-Milliarden-Bewertung, die ihn nach oben schrieb, setzten im Februar fremde Investoren — Alphabet stand nicht einmal auf der Investorenliste der Runde.[23] Das eigene 10-Milliarden-Investment kam erst im April, nach Quartalsschluss.[24] Amazon spielt dasselbe Spiel: 8 Milliarden eingesetzt, auf dem Papier ein Vielfaches wert, während der freie Cashflow um 95 Prozent einbrach — das echte Geld fließt in Rechenzentren, nicht in die Kasse.
Akt 04 — Historische VergleicheEnron oder Cisco?
Beim Blick auf 67 Mrd. Buchgewinne ohne Cash denkt man reflexartig an Enron. zieht seit Ende 2025 öffentlich einen anderen Vergleich — „there is a Cisco at the center of it all … Its name is Nvidia“[46] — und vertiefte das Argument im Mai 2026 in einem (kostenpflichtigen) Substack-Post[05]. Nachdem Nvidia mit einem siebenseitigen Sell-Side-Memo gekontert hatte, schärfte er nach[03]. Erst was er ausschließt, dann was er meint.
„Ich behaupte nicht, dass Nvidia Enron ist. Es ist eindeutig Cisco.“
— Michael Burry, Mai 2026[03]
Damit meint er: kein Bilanzbetrug, keine versteckten Verluste. Sondern das Wachstum-durch-eigene-Kredite-Pattern, das Cisco 25 Jahre früher schon einmal durchgespielt hat. Drei Schritte, dasselbe Loop-Muster wie heute.
Cisco damals vs. Nvidia heute — größer und schwerer zu sehen
Ein Reflex beim Vergleich: „Cisco war doch viel kleiner als Nvidia heute, also kein echter Vergleich.“ Das stimmt absolut, aber täuscht relativ. Cisco war im März 2000 das wertvollste Unternehmen der Welt — rund vier Prozent des US-BIP, etwa vier Prozent des S&P 500. Nvidia heute ist absolut größer, aber auch relativ stärker im Index gewichtet: rund sechs Prozent des S&P 500, etwa zwölf Prozent des US-BIP.[15] Wenn diesmal etwas bricht, ist mehr Markt-Kapitalisierung auf einmal betroffen.
| Kennzahl | Cisco 1999/2000 | Nvidia 2026 (reported) | Nvidia 2026 (ohne Loop-Buchungen) |
|---|---|---|---|
| 201[47] | 30 | ~45–53[△] | |
| Market Cap (absolut) | 555 Mrd. $[48] | 3,4 Bio. $ | 3,4 Bio. $ |
| Anteil S&P 500 | ~4 % | ~6 % | — |
| Anteil US-BIP | ~4 % | ~12 % | — |
| Loop-Volumen | 2,4 Mrd. Vendor-Loans (offen in Bilanz) | 40+ Mrd. Equity-Stakes (in Other Income) | versteckt im Loop |
| Q1-Buchgewinn aus Loop | — | 15,9 Mrd. $ (ASC 321) | aus GuV abgezogen |
Das Cisco-Risiko war 1999 offensichtlich: 201, jeder konnte sehen, das ist zu teuer. Nvidias ausgewiesenes P/E von 30 wirkt 2026 dagegen günstig. Zieht man die ASC-321-Buchgewinne aus der eigenen GuV ab, steht das echte Verhältnis bei etwa 45. Und das ist konservativ: auf der Käuferseite sitzen OpenAI, Anthropic und CoreWeave mit Cash, der zu großen Teilen aus Equity-Stakes und Funding-Runden der Hyperscaler selbst kommt. Zieht man auch diese vorfinanzierte Kaufkraft ab (Goldman Sachs schätzt unter 15 Prozent von Nvidias Umsatz als zirkulär bis 2027[13]), landet das Kurs-Gewinn-Verhältnis eher bei bis zu 53[△]. Diesmal ist das Risiko nicht nur größer, es ist auch schwerer zu sehen.
„Geld, das eigentlich nicht da ist, finanziert Käufer, die eigentlich nicht zahlen könnten, von einem Verkäufer, der dadurch Gewinn ausweist.“
— Max Fraunhofer
Zwischenakt — Und Deutschland?Keine rein amerikanische Geschichte
Bis hierhin klang das nach einer amerikanischen Geschichte. US-Konzerne, US-Bilanzen, US-Börsen. Ist es nicht. Deutschland steckt trotzdem mit drin. Nur nicht da, wo man zuerst hinschaut. Kein deutscher Konzern ist Vertragspartner in einem dieser Kreislaufdeals. Trotzdem hängt das Land an zwei Enden derselben Kette: dort, wo die Chips herkommen, und dort, wo die Ersparnisse liegen.
Die zwei Firmen, ohne die der Loop keine Chips hätte
Der ganze Streit dreht sich um Nvidia-Chips. Die kommen von TSMC, und TSMC kann sie nur bauen, weil eine einzige Maschine das schafft: die von ASML. ASML wiederum baut keine einzige davon ohne zwei deutsche Zulieferer. Die Optik kommt von Carl Zeiss SMT in Oberkochen, weltweit der einzige Hersteller. Der Laser, der das EUV-Licht erzeugt, kommt von TRUMPF in Ditzingen. Auch dafür gibt es keine zweite Quelle. Zwei Familienunternehmen, beide nicht börsennotiert, beide an einer Stelle, an der die Kette keinen Ersatz kennt.
Und sie hängen härter am Zyklus, als ihre Größe vermuten lässt. Bei Zeiss macht die Halbleitersparte SMT 5,1 von 11,9 Milliarden Euro Umsatz aus[32], fast 43 Prozent des Konzerns, und der profitabelste Teil obendrein. Diese Optik geht ausschließlich an ASML; ASML baut ausschließlich Zeiss ein. Bei TRUMPF sind es rund 17 Prozent[33]. Kühlt der KI-Investitionsboom ab, bestellen die Fabs weniger EUV-Maschinen, und das landet mit Verzögerung in Oberkochen und Ditzingen.
Dahinter steht eine zweite Reihe, die genau andersherum liegt als Zeiss. Siltronic aus München macht die Wafer: die blanken Silizium-Scheiben mit 30 Zentimeter Durchmesser (300 mm), auf denen die modernen Chips überhaupt erst gebaut werden. Rund 70 Prozent des Umsatzes hängen an genau diesen großen Scheiben für die Spitzen-Chips[43], also direkt am selben Zyklus, der den Loop antreibt. Nur hat Siltronic keinen Puffer wie Zeiss: Wafer werden laufend verbraucht, nicht Jahre im Voraus bestellt wie EUV-Maschinen. Dreht der Chipmarkt, sind die Aufträge im selben Quartal weg.
Dass es vier weitere Wafer-Hersteller gibt, hilft dabei nicht, im Gegenteil: Es heißt nur, dass Siltronic den Preis nicht diktieren kann. Wie real das ist, steht schon in den Zahlen: 2025 rutschte die Firma in den operativen Verlust und dämpfte den Ausblick für 2026[43]. Am Werk Burghausen wurde bereits eine ältere Fertigungslinie stillgelegt, rund 400 Stellen, wenn auch ohne betriebsbedingte Kündigungen[44]. Für die Leute dort ist der Abschwung kein Gedankenspiel mehr.
Merck ist der Gegenfall: liefert zwar die Spezialchemie für die Chipfertigung, macht den Großteil seines Geschäfts aber mit Pharma und Life-Science. Ein Chip-Knick dellt die Bilanz, bedroht sie nicht.
Wie viel hängt wirklich dran?
| Firma | Charakter | Anteil am Chip-/EUV-Zyklus |
|---|---|---|
| ZEISS (SMT) | EUV-Optik weltweit Single-Source, nur an ASML | ~42,5 % des Konzernumsatzes |
| TRUMPF | EUV-Laser ohne zweite Quelle | ~17 % (EUV-Sparte) |
| Merck KGaA | breit über Pharma & Life-Science abgesichert | ~12–13 % (Halbleiter-Chemie) |
| Siltronic | voll im Zyklus, kein Auftragsbuch-Puffer wie Zeiss | 100 % Halbleiter, ~70 % 300 mm |
| Wacker | Solar und Silicone tragen den Konzern | nur ~3–5 % (Halbleiter-Poly) |
Die zweite Stelle ist sichtbarer. Amazon, Microsoft, Google und Oracle, vier der Konzerne aus dem Karussell, haben über 25 Milliarden Euro an Rechenzentren in Deutschland angekündigt. AWS in Brandenburg[36], Microsoft in Frankfurt und im Rheinland[37], Google in Hessen[38], Oracle im Rhein-Main-Gebiet[39]. Das sind keine Jahresbeträge, sondern Zusagen über Jahre, teils bis 2040. Kühlt der Boom ab, wird zuerst gestrichen, was angekündigt, aber noch nicht gebaut ist. Dann fehlen Standorte, Jobs und Gewerbesteuer, die schon fest eingeplant waren.
Und dann ist da die Stelle, die fast jeden trifft, der einen Sparplan hat. Nvidia ist mit rund sechs Prozent die größte Einzelposition im MSCI World[40], dem Index, auf dem die meisten deutschen ETF-Sparpläne laufen. Der deutsche ETF-Markt steht bei einer halben Billion Euro, knapp die Hälfte davon US-Aktien. Allein über diesen Kanal hängen grob 15 Milliarden Euro deutscher Spargroschen an Nvidias Kurs. Die BaFin warnt im Januar 2026 ausdrücklich vor der Konzentration weniger US-Tech-Werte — Nvidia, Apple und Microsoft machen zusammen gut 20 Prozent des S&P 500 aus[41]; die Bundesbank flankiert das mit Warnungen vor hohen Bewertungen und plötzlichen Korrekturen[42].
Die andere Seite: Vorlauf statt Abgrund
Bevor das nach Weltuntergang klingt: Es gibt einen Puffer. ASMLs Auftragsbuch steht Ende 2025 bei 38,8 Milliarden Euro, gut zwei Drittel davon EUV, und die Kapazität ist bis 2027 ausgebucht[35]. Das gibt Zeiss und TRUMPF anderthalb bis zwei Jahre Sicht in den Büchern. Und die Spitzenchips gehen nicht allein in KI: Smartphones, Speicher und Hochleistungsrechner ziehen parallel. Ein KI-Knick verlangsamt den Zyklus, er stellt ihn nicht ab. Für Zeiss und TRUMPF heißt das eher Repricing als Crash — eine Etage tiefer als der große Knall.
Bleibt der Punkt, der den Samstagmorgen für einen deutschen Leser unbequemer macht. Es trifft das Depot, es trifft die Tools, und es trifft die Industrie zwei Bundesländer weiter, die an derselben Wette hängt. Nur dass dort niemand „Burry“ ruft, weil kaum jemand die Verbindung sieht.
Akt 05 — ClosingDrei mögliche Ausgänge
„Burry hatte recht.“
„Alles geht gut.“
Die KI-Nachfrage ist echt — und der größere Teil der Zahlen steht auf realem Boden. Goldman Sachs schätzt den zirkulären Anteil an Nvidias Umsatz auf unter 15 Prozent[13]; über 85 Prozent kommen von zahlenden Kunden außerhalb des Loops. Oracles Auftragsbuch wuchs im Quartal um 325 Prozent[09] — vertraglich gebundene Nachfrage, kein Buchgewinn. Und selbst bei den Karussell-Konzernen ist der Kreislauf nur ein Teil: Von Alphabets 62,6 Mrd. Quartalsgewinn sind 33,9 Mrd. operativ verdient, nicht zirkulär. Schließt OpenAI seine 122-Mrd.-Funding-Runde ab und amortisieren sich die Hyperscaler-Investments über die Vertragslaufzeiten, dann sind die zirkulären Buchgewinne Vorauszahlung auf echtes Wachstum. Der Kreislauf löst sich legal auf, niemand verliert. Zeiss und Trumpf merken davon ohnehin wenig: Auftragsbuch voll, Nachfrage echt.
„Burry hatte recht.“
Auch nur einer in der Kette wackelt. OpenAI verfehlt das Funding-Ziel, Anthropic-Bewertung wird halbiert, Oracle-RPO wird teilweise revidiert. Die 67 Mrd. Buchgewinne müssen abgeschrieben werden, Stakes werden neu bewertet, Backlog schrumpft. Bilanz-Cascade wie Cisco 2001. Aktien fallen, Token-Preise steigen, Tools fallen aus. Wie dünn die Decke sein kann, zeigt der SpaceX-Börsenprospekt (SEC, Mai 2026): xAI fuhr 2025 einen operativen Verlust von 6,36 Mrd. bei 3,2 Mrd. Umsatz ein, im ersten Quartal 2026 schon 2,47 Mrd.[30] Bricht Anthropics Compute-Abnahme weg, trifft das SpaceX und xAI direkt. hat sich seit 2008 öfter geirrt als getroffen[12]. Aber das Pattern, das er beschreibt, gab es schon mal: Cisco 1999. Und in Deutschland? Brechen die Bestellungen über Jahre ein, kommt der Knick mit Verzögerung auch nach Oberkochen und Ditzingen. Wie 2009, als Zeiss SMT schon einmal in Kurzarbeit ging[45]. Ein Lichtblick: Preise für Hardware dürften dann drastisch fallen, was lokale KI-Modelle umso attraktiver macht.
Ausgang C · der Mittelweg (das Wahrscheinlichste). Eine Kombi aus beidem. Der ganz große Crash bleibt aus, weil die Hyperscaler operativen Cashflow generieren und Capex notfalls drosseln. Aber zwei, drei Spieler in der Kette bekommen auf die Nase: ein KI-Lab muss zu schlechteren Bedingungen Funding aufnehmen, ein RPO-Backlog wird reduziert, eine Hyperscaler-Aktie verliert 30 bis 40 Prozent. Token-Preise stabilisieren sich oder steigen leicht, eine Handvoll Tools verschwindet. Niemand redet von „Crash“, alle vom „Repricing“. In Deutschland trifft es Siltronic zuerst, ohne Auftragsbuch-Puffer und schon jetzt in den roten Zahlen[43]; Zeiss und Trumpf erst, wenn die Bücher dünner werden. Wahrscheinlicher als Massenentlassung: gedämpfte Prognosen, zur Not Kurzarbeit.
Der Samstagmorgen mit den Errors und der Schlagzeile ist hypothetisch. Aber er ist nicht unmöglich. Cisco-Anleger sahen ihn am 27. März 2001. Damals kostete er sie nur den Depot-Stand. 2026 würde er ihnen auch die Tools nehmen, mit denen sie ihre Strategie sonst neu denken würden — Claude, ChatGPT, die KI-Agenten, die im Workflow sitzen. Das doppelte Risiko: Depot-Drawdown und gleichzeitiger Ausfall des Werkzeugs, mit dem man darauf reagieren wollte.*
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QuellenBelege, Filings, Track-Record
Konvention im Artikel: harte Zahlen, Zitate und externe Modell-Outputs sind im Fließtext mit einer hochgestellten Quellen-Nummer markiert. Klick springt direkt zum jeweiligen Eintrag. Drei Härtegrade visuell unterschieden:
- 01CNBC · OpenAI schließt 122-Mrd.-Runde bei 852-Mrd.-Bewertung (31.03.2026) · Nvidia mit 30 Mrd. Equity-Stake.
- 02CNBC · Nvidia überschreitet 40 Mrd. $ AI-Equity-Investments (09.05.2026) · Aggregat aller Nvidia-Beteiligungen 2026.
- 03Stocktwits · „Michael Burry vs. Nvidia heats up: Big Short investor stands by his analysis“ (Mai 2026) · Burrys Reaktion auf Nvidias 7-seitiges Sell-Side-Memo, inkl. „I am not claiming Nvidia is Enron. It is clearly Cisco.“
- 05Michael Burry · „The Heretic's Guide to AI's Stars Part III: Tracepalooza & the Bezzle“ (22.05.2026) · Cisco-Bezug und Bullwhip-Argument. [Paywall — nur das Intro ist frei lesbar; das wörtliche Cisco-Zitat steht frei zugänglich bei Quelle 46.]
- 06Microsoft 10-Q Q3 FY2026 (SEC EDGAR, April 2026) · RPO 627 Mrd. $, +99 % YoY. OpenAI-Anteil aus Earnings-Call-Kommentaren abgeleitet.
- 07Alphabet 10-Q Q1 2026 (SEC EDGAR, April 2026) · Google Cloud Backlog 462,3 Mrd. $.
- 08Amazon 10-Q Q1 2026 (SEC EDGAR, April 2026) · AWS Performance Obligations 364 Mrd. $, gewichtete Restlaufzeit 5,5 Jahre.
- 09Oracle Q3 FY2026 IR-Pressemitteilung (10.03.2026) · RPO 553 Mrd. $, +325 % YoY. OpenAI-300-Mrd.-Vertrag.
- 10CoreWeave 8-K SEC (09.09.2025) · Backstop-Agreement Nvidia, 6,3 Mrd. $ bis 2032. Primärquelle für CoreWeave-Mechanik.
- 11CoreWeave 10-Q Q1 2026 (SEC EDGAR, Mai 2026) · Backlog 99,4 Mrd. $, OpenAI-Anteil 22,4 Mrd.
- 12Elite Currensea · Burry-Track-Record-Analyse (2024) · 2023er Sell-Tweet, SPY/QQQ-Puts mit 40 bis 50 Prozent Verlust.
- 13Proactiveinvestors · Goldman Sachs zu Nvidias zirkulärem Umsatz (07.10.2025) · Goldman-Analyst James Schneider: „circular deals represent less than 15% of revenue in 2027“ — unter 15 Prozent von Nvidias Umsatz bis 2027.
- 15TechnoStatecraft · Cisco vs. Nvidia — Dotcom-Vergleich (2025) · Cisco P/E 201, 555 Mrd. Market Cap, 88 % Fall, ATH März 2000.
- 21American Affairs Journal · „Who Lost Lucent?“ (August 2020) · Vendor-Financing-Volumen 1999–2001, SEC-Restatement-Detail.
- 22Howard Marks / Oaktree Capital · „Is It a Bubble?“ Memo (Dezember 2025) · Top-4-Hyperscaler 451 Mrd. Op-Cashflow 2024, „Some AI revenue is currently circular in nature.“
- 23Anthropic · Offizielle Series-G-Pressemitteilung (12.02.2026) · 30 Mrd. frisches Kapital, 380 Mrd. Post-Money. Co-Leads GIC, Coatue; vollständige Investorenliste ohne Alphabet/Google. Bestätigt durch TechCrunch 12.02.2026.
- 24CNBC · Google kündigt eigenständiges 10-Mrd.-Investment in Anthropic an (24.04.2026) · Separater Deal in Q2, bis zu 40 Mrd. bei Performance-Zielen. Bestätigt durch Bloomberg 24.04.2026.
- 26The Information / US News · Anthropic verpflichtet sich zu 200 Mrd. Google-Cloud-Ausgaben (05.05.2026) · 5-Jahres-Verpflichtung ab 2027, TPUs + Cloud-Services. Reuters bestätigte die Grundzüge, konnte die Zahl nicht unabhängig verifizieren; keine offizielle Bestätigung von Anthropic oder Google.
- 27Anthropic · Offizielle Series-H-Pressemitteilung (28.05.2026) · 65 Mrd. frisches Kapital, 965 Mrd. Post-Money. Leads Altimeter, Dragoneer, Greenoaks, Sequoia. 15 Mrd. „previously committed hyperscalers“, davon 5 Mrd. Amazon. Google nur als Compute-Partner (5 GW TPU, Broadcom). Bestätigt durch Bloomberg, CNBC, TechCrunch 28./29.05.2026.
- 28SpaceX · Form S-1 (SEC EDGAR, 20.05.2026) · Cloud Services Agreements mit Anthropic PBC: 1,25 Mrd./Monat für Colossus, nominell bis Mai 2029 (90-Tage-Kündigungsfrist), bis zu 45 Mrd. SpaceX übernahm xAI und damit Colossus am 02.02.2026. Einordnung via TechCrunch 20.05.2026.
- 29Bloomberg · Alphabets SpaceX-Stake, ~100 Mrd. Papierwert (15.04.2026) · Primärquelle SpaceX Alaska Biennial Report (11.04.2026): Google LLC 6,11 %. Nach xAI-Fusion ~5 % verwässert. IPO-Ziel mindestens 1,8 Bio. (Bloomberg 29.05.2026, von Musk bestritten).
- 30SpaceX · Form S-1 (SEC EDGAR, 20.05.2026) — xAI-Finanzen · xAI FY2025: operativer Verlust 6,36 Mrd. bei 3,2 Mrd. Umsatz; Q1 2026 Verlust 2,47 Mrd.; 1,9 Mio. zahlende SuperGrok-Abos von 117 Mio. Grok-MAU. Einordnung via TechCrunch 20.05.2026.
- 31Anthropic · Erweiterte Amazon-Partnerschaft (20.04.2026) · Amazon bis zu 25 Mrd. zusätzliche Equity-Investition (zusätzlich zum 8-Mrd.-Stake) + Compute-Commitment über 100 Mrd. (AWS Trainium) bis 2036. Bestätigt durch Amazon-Post 20.04.2026.
- 32Carl Zeiss AG · Jahresabschluss Geschäftsjahr 2024/25 · Konzernumsatz 11,9 Mrd. €, Segment SMT 5,06 Mrd. € (~42,5 %), stärkstes und profitabelstes Segment. EUV-Optik exklusiv an ASML.
- 33TRUMPF · Geschäftsjahres-Zahlen 2024/25 · Konzernumsatz 4,33 Mrd. €, EUV-Sparte 724 Mio. € (~16,7 %). Einziger Lieferant der CO₂-Hochleistungslaser für ASMLs EUV-Lichtquelle.
- 34Merck KGaA · Geschäftsbericht 2025, Sparte Electronics · Electronics 17 % des Konzernumsatzes (3,59 Mrd. €), davon Semiconductor Solutions ~12–13 % des Gruppenumsatzes.
- 35ASML · FY2025 Results (SEC Form 6-K) · Auftragsbuch 38,8 Mrd. €, davon ~65 % EUV. EUV-Kapazität bis 2027 ausgebucht.
- 36AWS · 7,8 Mrd. € European Sovereign Cloud Brandenburg (bis 2040) · zusätzlich 8,8 Mrd. € für die bestehende Region Frankfurt (2024–2026).
- 37Microsoft · 3,2 Mrd. € KI-Infrastruktur Deutschland (2024–2026) · Region Frankfurt plus neues Rechenzentrum in NRW.
- 38Google · 5,5 Mrd. € Deutschland (bis ~2029) · Rechenzentren Hanau und Dietzenbach, Cloud-Region Berlin-Brandenburg.
- 39Oracle · ~2 Mrd. $ Cloud-/KI-Infrastruktur Frankfurt/Rhein-Main (5 Jahre, Juli 2025).
- 40finanzen.net · Klumpenrisiko MSCI World 2026 · Nvidia ~6 % größte Einzelposition, „Magnificent Seven“ zusammen über 21 % des Index.
- 41BaFin · Risiken im Fokus 2026 (28.01.2026) · „So machen beispielsweise allein Nvidia, Apple und Microsoft gut 20 Prozent der Marktkapitalisierung des S&P 500 aus“ — Warnung vor Konzentrationsrisiko durch wenige Tech-Werte.
- 42Deutsche Bundesbank · Finanzstabilitätsbericht 2025 (November 2025) · Warnung vor hohen Bewertungen und plötzlichen Korrekturen bei enttäuschenden KI-Ankündigungen.
- 43Siltronic · Geschäftsjahr 2025 · ~70 % des Umsatzes aus 300-mm-Wafern (Substrat für moderne Logik-/Speicherchips). 2025 erstmals operativer Verlust (EBIT −26 Mio. €, Nettoverlust 69 Mio. €), keine Dividende, gedämpfter Ausblick 2026. Einer von fünf großen Wafer-Herstellern weltweit (Shin-Etsu, SUMCO, GlobalWafers, Siltronic, SK Siltron), daher ohne Preissetzungsmacht im Abschwung.
- 44Siltronic · Ende der Wafer-Fertigung für kleine Durchmesser, Werk Burghausen (2025) · rund 400 betroffene Stellen, Kapazitätsanpassung im Abschwung, ohne betriebsbedingte Kündigungen (Altersteilzeit/Demografie).
- 45photoscala · „Carl Zeiss AG: verhalten ins neue Jahr“ (11.03.2009) · Kurzarbeit für knapp 800 Mitarbeiter in Halbleitertechnik (SMT) und Messtechnik in Oberkochen im Halbleiter-Abschwung 2009 — historischer Präzedenzfall.
- 46Fortune · „Big Short investor Michael Burry on an AI bubble“ (24.11.2025) · frei lesbarer Beleg für Burrys Cisco-Vergleich: „And once again there is a Cisco at the center of it all … Its name is Nvidia.“
- 47Liberty Through Wealth · „The Cautionary Tale of Cisco Systems“ (22.03.2022) · Cisco-Peak-P/E im März 2000 bei 201 („its price-to-earnings ratio stood at an astonishing 201“). Sekundär-Quelle; Macrotrends führt P/E erst ab 2001.
- 48GuruFocus · „Cisco (CSCO) Reaches New Highs, Surpasses Dot-Com Bubble Peak“ (Dezember 2025) · Cisco-Peak-Market-Cap März 2000 rund 555 Mrd. $; Rückeroberung des Allzeithochs am 10.12.2025.