Akt 01 — Ein Samstag im Q1 2026Was du als Erstes merkst

Ein hypothetisches Szenario · Gedankenspiel, nicht Prognose

Dein Setup. Hälfte der Agents wirft Errors. Der eine Skill, an dem dein Hub hängt: Timeout. Eine Nachricht an Claude geht nicht durch. OpenAI-API seit drei Stunden tot.

Aktien-Widget. Oracle minus 38 Prozent. Nvidia minus 24. Microsoft minus 12. Amazon minus 9. Alphabet minus 11. Über eine halbe Billion Marktwert über Nacht weg.

Mails. Anthropic-Preisliste über Nacht verdoppelt, Token-Limits halbiert. „Reaktion auf die globale Compute-Knappheit.“ OpenAI folgt am Montag.

hatte recht. Wieder.“

— die Schlagzeile überall. Arbeitshypothese, mit der ich diese Recherche gestartet habe. Die nächsten drei Akte prüfen sie[05].

Akt 02 — Die MechanikWie das Geld bei den drei Hauptspielern im Kreis läuft

Bevor wir zum Samstag-Morgen-Szenario zurückkommen, schauen wir uns an, was im ersten Quartal 2026 wirklich passiert ist. Drei Hauptspieler. Drei Schritte. Derselbe Topf Geld.

Diagramm 01 · Der Kreislauf
Wie das Geld bei den drei Hauptspielern im Kreis läuft
Q1 2026 · BUCHGEWINN ≠ CASH
Buchgewinn
67 Mrd. $
in der Bilanz versprochen
Cash erhalten
1,5 Mrd. $
wirklich überwiesen
Verhältnis 45 : 1 · Auf jeden geflossenen Dollar kommen 45 verbuchte.
Stand: 1. Juni 2026 · Quartalsbilanzen Q1 2026
Der Kreislauf
Drei Schritte, derselbe Topf Geld
① Schritt 1
NVIDIA
investiert 30 Mrd. $ als Aktienbeteiligung in OpenAI.
② Schritt 2
OPENAI
verpflichtet sich gegenüber CoreWeave zu 22 Mrd. $ Compute-Käufen.
③ Schritt 3
COREWEAVE
kauft GPUs bei Nvidia für 7,5 Mrd. $.
Das Geld ist wieder bei Nvidia. Buchgewinne entstanden, Cash kaum geflossen.
Drumherum laufen weitere Loops dieser Art: Microsoft füttert OpenAI mit 13 Mrd. Equity plus dem Azure-Cloud-Backlog. Oracle hat den 300-Mrd.-Stargate-Vertrag mit OpenAI, der erst ab 2027 zahlt. Amazon und Alphabet halten zusammen rund 50 Mrd. an Anthropic, das im Gegenzug bei AWS und Google Cloud bestellt. Goldman Sachs schätzt den zirkulären Anteil bis 2027 auf unter 15 Prozent von Nvidias Umsatz[13]. Die Skeptiker rechnen anders.
Quellen: CoreWeave 8-K SEC 09.09.2025[10]; CNBC OpenAI 122-Mrd.-Runde 31.03.2026[01]; Oracle Q3 FY2026 IR-Release[09].

Akt 03 — In den BüchernWas wirklich in den Bilanzen der KI-Konzerne steht

Die 67 Milliarden Buchgewinn aus dem Karussell sind keine Hochrechnung. Hier stehen sie in den Q1-2026-SEC-Filings — sechs Firmen, sechs Bilanzen. Links, was gebucht ist, rechts, was wirklich Cash geworden ist. Alles -Buchgewinne auf KI-Beteiligungen und vertraglich zugesagte, aber noch nicht erbrachte Leistungen (). US-GAAP-Standard, alles legal.

Diagramm 02 · Die Bücher von heute
Was Big Tech meldet, und was davon wirklich Cash ist
Alphabet · Q1 2026 Buchgewinn
28,7 Mrd. $[07]
Aus der Neubewertung des Anthropic-Stakes. Anthropic-Series-G im Februar 2026 (380 Mrd. Bewertung) hebt Alphabets 14-Prozent-Stake auf 53 Mrd. Papierwert.
Cash tatsächlich erhalten
0 $
Reine Mark-to-Market-Buchung nach . Kein Cent floss von Anthropic an Alphabet.
Fast die Hälfte von Alphabets Quartalsgewinn (28,7 von 62,6 Mrd.) ist ein circular deal: Alphabet investiert in Anthropic → Anthropic-Bewertung steigt durch neue Runden → Alphabets eigener Stake wird hochgebucht. Je mehr Alphabet hineinsteckt, desto größer der Gewinn auf dem Papier.
Amazon · Q1 2026 Buchgewinn
16,8 Mrd. $[08]
Pre-Tax Mark-to-Market auf den Anthropic-Stake. 8 Mrd. eingesetzt, jetzt über 70 Mrd. wert — ein 8,75-facher Papier-Return in zwei Jahren.
Free Cash Flow Q1 2026
1,2 Mrd. $
−95 Prozent gegenüber Vorjahr. Bei 30,3 Mrd. Net Income und 44 Mrd. CapEx geht echtes Geld in Datacenter, nicht in die Kasse.
Anthropic bindet sich an AWS Trainium mit 100 Mrd. bis 2036 — Amazon investiert in Anthropic, Anthropic kauft AWS-Compute zurück. Buchgewinn rauf, runter.
Nvidia · Q1 FY2027 Buchgewinn
15,9 Mrd. $[02]
Unrealized Equity Gains. 13,4 Mrd. auf den CoreWeave-Stake (börsennotiert), 2,6 Mrd. auf private Beteiligungen (vor allem OpenAI).
Cash aus den Stakes
0 $
OpenAI kauft Nvidia-GPUs — der Cashflow geht als Chip-Revenue über Cloud-Provider zurück, nicht als Ausschüttung. Nvidia garantiert CoreWeave zusätzlich 6,3 Mrd. Backstop.
Nvidia verkauft Chips an OpenAI, investiert 30 Mrd. zurück in OpenAI, lässt sich die daraus entstehenden Bewertungs­gewinne in den Büchern ausweisen. Ein geschlossener Liquiditäts-Loop.
Microsoft · 9M FY2026 Buchgewinn
5,9 Mrd. $[06]
aus OpenAI-Rekapitalisierung im Oktober 2025. Equity-Methode (HLBV), nicht Mark-to-Market. Microsoft-Stake an OpenAI: rund 27 Prozent, Papierwert ca. 135 Mrd.
Revenue-Share pro Quartal
1,5 Mrd. $
20 Prozent OpenAI-Revenue bis 2030 (Wedbush-Schätzung). Separater Lizenz-Fluss, kein Return on Equity. Exklusivität läuft ab April 2026 aus.
Microsoft füttert die OpenAI-Bewertung durch Azure-Commitments, bucht den daraus folgenden Dilution Gain — und kassiert parallel den Revenue-Share als zweiten Strang. Zwei Quellen, ein Kreislauf.
Oracle · Q3 FY2026 Auftragsbuch
553 Mrd. $[09]
RPO +325 Prozent gegenüber Vorjahr. Mehr als die Hälfte ist der 300-Mrd.-OpenAI-Vertrag (Stargate-Initiative).
Cash aus dem OpenAI-Deal
0 $
Vertragsbeginn 2027. Oracles Q3-Cloud-Revenue von 8,9 Mrd. kommt vollständig von anderen Kunden.
Der größte Cloud-Vertrag aller Zeiten steht in den Büchern, das Geld fließt frühestens ab 2027 — und der Kunde (OpenAI) ist nicht profitabel. Backlog ohne Bonität.
CoreWeave · Q1 2026 Auftragsbuch
99,4 Mrd. $[11]
48-mal so groß wie der aktuelle Quartalsumsatz. Hauptkunden: OpenAI (22,4 Mrd.), Meta (35,2 Mrd. inkl. April-2026-Erweiterung), Microsoft.
Quartalsumsatz Q1 2026
2,1 Mrd. $
+112 Prozent zum Vorjahr, aber Net Loss 740 Mio. — Verlustmarge 36 Prozent. CapEx-Guidance 2026: 31 bis 35 Mrd.
Nvidia hält 11 Prozent von CoreWeave, ist gleichzeitig Hauptlieferant der Chips und garantiert 6,3 Mrd. ungenutzte Kapazität. Investor, Lieferant und Backstop-Garantiegeber in einer Hand.
Aggregat Q1 2026: rund 67 Mrd. Buchgewinne stehen 1,5 Mrd. tatsächlichem Cash gegenüber. Allein Alphabet, Amazon, Nvidia und Microsoft haben zusammen 67,3 Mrd. Mark-to-Market- und Dilution-Gewinne in ihre Quartals-GuV gebucht. Echter Cashflow aus den Beteiligungen: praktisch null. Dazu kommen 652 Mrd. Auftragsbuch bei Oracle und CoreWeave, von denen Q1 gerade 2 Mrd. wirklich geflossen sind. Alles legal, alles in den Filings nachlesbar — aber jedes Stück ein Glied derselben Kette.
Quellen: -Filings Q1 2026 / Q3 FY2026 bei SEC EDGAR, IR-Earnings-Releases. Buchgewinne = US-GAAP-Profit aus „Other Income (Expense)“ durch Mark-to-Market-Anpassungen auf Eigenkapital­beteiligungen (ASC 321) oder Dilution-Gains nach Equity-Methode. Vollständige Quellenliste am Artikel-Ende.

Akt 04 — Historische VergleicheEnron oder Cisco?

Beim Blick auf 67 Mrd. Buchgewinne ohne Cash denkt man reflexartig an Enron. hat am 22. Mai 2026 in einem Substack-Post den Cisco-Bezug gezogen[05]. Drei Tage später, nachdem Nvidia mit einem siebenseitigen Sell-Side-Memo gekontert hatte, schärfte er nach[03]. Erst was er ausschließt, dann was er meint.

Diagramm 03 · Enron 1991–2001
Was Burry NICHT meint: als zu Betrug wurde
Enron Corporation Logo (Paul Rand, 1997)
Geschäftsjahr 2000 · BUCHUMSATZ ≠ CASH
Berichteter Umsatz
100,8 Mrd. $
Mark-to-Market aus Energie-Trading
Operating Cashflow
4,8 Mrd. $
tatsächlich realisiert
Verhältnis 21 : 1 · Auf jeden Dollar Cash 21 Dollar Buchumsatz.
Stand: 1991 SEC-Erlaubnis bis Dezember 2001 Bankrott
Das Enron-Muster
Drei Schritte, derselbe Mechanismus. Buchgewinn aus Zukunfts-Schätzungen, Cash kommt nie
① Schritt 1
MARK-TO-MARKET
(Enron-COO) holt sich 1991 die SEC-Erlaubnis für Mark-to-Market im Energie-Trading. Erstmals außerhalb von Banken.
② Schritt 2
PHANTOM-GEWINNE
Ein 20-Jahres-Gas-Vertrag mit geschätztem Vollwert 1 Mrd. $ wird sofort als Gewinn gebucht. Cash kommt, wenn überhaupt, über zwanzig Jahre.
③ Schritt 3
SPEs ALS COVER-UP
Als Cash nicht kam, übernahmen rund 3.000 (Raptor, LJM, Chewco) die Verluste, mit Enron-Aktien als Sicherheit.
Solange die Aktie hoch war, blieben die Lücken off-balance-sheet und unsichtbar.
Was dann passierte: Oktober 2001 fiel die Aktie von 90 auf unter 1 Dollar. Die SPEs wurden insolvent, ihre Verluste landeten zurück auf Enron-Bilanz. Bankrott in sechs Wochen, 67 Mrd. Marktwert weg. Skilling, Lay und Fastow gingen ins Gefängnis. Die Mark-to-Market-Erlaubnis für Energie-Trader wurde nie wieder erteilt.
Quellen: McLean / Elkind „The Smartest Guys in the Room“ (2003); Powers Report Februar 2002 (Enron-Sonderausschuss); SEC Litigation Releases. Umsatz / Cashflow 2000 aus Enron 10-K (April 2001, später teilweise revidiert).
„Ich behaupte nicht, dass Nvidia Enron ist. Es ist eindeutig Cisco.“

— Michael Burry, Mai 2026[03]

Damit meint er: kein Bilanzbetrug, keine versteckten Verluste. Sondern das Wachstum-durch-eigene-Kredite-Pattern, das Cisco 25 Jahre früher schon einmal durchgespielt hat. Drei Schritte, dasselbe Loop-Muster wie heute.

Diagramm 04 · Der Cisco-Loop
Wie Cisco 1999 die eigenen Verkäufe finanziert hat
1999/2000 · BUCHUNG ≠ CASH
Vendor-Financing
2,4 Mrd. $
in Cisco Capitals Bilanz als Forderungen
Echter Cash-Rückfluss
0 $
nach 2001 — alles als abgeschrieben
Geld als Forderung gebucht, als echter Cashflow nie wieder gesehen.
Stand: Geschäftsjahr 1999/2000
Der Cisco-Loop
Drei Schritte, dasselbe Pattern wie heute (schematisch dargestellt)
① Schritt 1
CISCO
verleiht Telecom-Kunden wie WorldCom, Global Crossing und Qwest über die konzerneigene Cisco Capital insgesamt 2,4 Mrd. $.
② Schritt 2
KUNDEN
kaufen mit dem geliehenen Geld Cisco-Router — in derselben Größenordnung wie der Loan.
③ Schritt 3
CISCO
bucht den Verkauf als Umsatz — der steht als Forderung in der Bilanz.
Cisco hat das Geld als Forderung wieder — nicht als Cash.
Was dann passierte: Telecom-Crash 2001. WorldCom, Global Crossing und Qwest gingen in Insolvenz oder rangen mit ihr.[21] Cisco musste rund 900 Millionen Bad Debt abschreiben, die Aktie fiel von rund 80 auf unter 10 Dollar — minus 88 Prozent. Sechsundzwanzig Jahre später, im Mai 2026, ist das von März 2000 immer noch nicht zurückerobert.
Quellen: TechnoStatecraft Cisco/Nvidia-Vergleich 2025[15]; American Affairs Journal „Who Lost Lucent“ 2020[21].

Cisco damals vs. Nvidia heute — größer und schwerer zu sehen

Ein Reflex beim Vergleich: „Cisco war doch viel kleiner als Nvidia heute, also kein echter Vergleich.“ Das stimmt absolut, aber täuscht relativ. Cisco war im März 2000 das wertvollste Unternehmen der Welt — rund vier Prozent des US-BIP, etwa vier Prozent des S&P 500. Nvidia heute ist absolut größer, aber auch relativ stärker im Index gewichtet: rund sechs Prozent des S&P 500, etwa zwölf Prozent des US-BIP.[15] Wenn diesmal etwas bricht, ist mehr Markt-Kapitalisierung auf einmal betroffen.

Tabelle 01 · Damals und heute im Vergleich
Was sichtbar ist, was versteckt ist
Kennzahl Cisco 1999/2000 Nvidia 2026 (reported) Nvidia 2026 (ohne Loop-Buchungen)
P/E-Ratio20130~45–53[△]
Market Cap (absolut)555 Mrd. $3,4 Bio. $3,4 Bio. $
Anteil S&P 500~4 %~6 %
Anteil US-BIP~4 %~12 %
Loop-Volumen2,4 Mrd. Vendor-Loans (offen in Bilanz)40+ Mrd. Equity-Stakes (in Other Income)versteckt im Loop
Q1-Buchgewinn aus Loop15,9 Mrd. $ (ASC 321)aus GuV abgezogen

Das Cisco-Risiko war 1999 offensichtlich: 201, jeder konnte sehen, das ist zu teuer. Nvidias ausgewiesenes P/E von 30 wirkt 2026 dagegen günstig. Zieht man die ASC-321-Buchgewinne aus der eigenen GuV ab, steht das echte Verhältnis bei etwa 45. Und das ist konservativ: auf der Käuferseite sitzen OpenAI, Anthropic und CoreWeave mit Cash, der zu großen Teilen aus Equity-Stakes und Funding-Runden der Hyperscaler selbst kommt. Zieht man auch diese vorfinanzierte Kaufkraft ab (Goldman Sachs schätzt unter 15 Prozent von Nvidias Umsatz als zirkulär bis 2027[13]), landet das Kurs-Gewinn-Verhältnis eher bei bis zu 53[△]. Diesmal ist das Risiko nicht nur größer, es ist auch schwerer zu sehen.

„Geld, das eigentlich nicht da ist, finanziert Käufer, die eigentlich nicht zahlen könnten, von einem Verkäufer, der dadurch Gewinn ausweist.“
Quellen: TechnoStatecraft Cisco/Nvidia-Vergleich 2025[15]; eigene Berechnung Q1 FY2027 Nvidia 10-Q (15,9 Mrd. unrealisierter Equity-Gain abgezogen)[02]; Anteile S&P 500 / US-BIP Schätzung Stand Mai 2026.

Akt 05 — ClosingZwei mögliche Ausgänge

Zurück zur Arbeitshypothese aus Akt 01

„Burry hatte recht.“

Ausgang A · Bullish

„Alles geht gut.“

Die KI-Nachfrage ist echt. OpenAI schließt seine 122-Mrd.-Funding-Runde ab, Hyperscaler-Investments amortisieren sich, Oracle-RPO wird zu Cash, Microsoft- und Amazon-Stakes wachsen mit den Bewertungen weiter. Die zirkulären Buchgewinne sind dann Vorauszahlung auf echtes Wachstum. Der Kreislauf löst sich legal über die Vertragslaufzeiten auf. Niemand verliert.

Ausgang B · Bearish

„Burry hatte recht.“

Auch nur einer in der Kette wackelt. OpenAI verfehlt das Funding-Ziel, Anthropic-Bewertung wird halbiert, Oracle-RPO wird teilweise revidiert. Die 67 Mrd. Buchgewinne müssen abgeschrieben werden, Stakes werden neu bewertet, Backlog schrumpft. Bilanz-Cascade wie Cisco 2001. Aktien fallen, Token-Preise steigen, Tools fallen aus. hat sich seit 2008 öfter geirrt als getroffen[12]. Aber das Pattern, das er beschreibt, gab es schon mal: Cisco 1999.

Ausgang C · der Mittelweg (das Wahrscheinlichste). Eine Kombi aus beidem. Der ganz große Crash bleibt aus, weil die Hyperscaler operativen Cashflow generieren und Capex notfalls drosseln. Aber zwei, drei Spieler in der Kette bekommen auf die Nase: ein KI-Lab muss zu schlechteren Bedingungen Funding aufnehmen, ein RPO-Backlog wird reduziert, eine Hyperscaler-Aktie verliert 30 bis 40 Prozent. Token-Preise stabilisieren sich oder steigen leicht, eine Handvoll Tools verschwindet. Niemand redet von „Crash“, alle vom „Repricing“.

Der Samstagmorgen mit den Errors und der Schlagzeile ist hypothetisch. Aber er ist nicht unmöglich. Cisco-Anleger sahen ihn am 27. März 2001. Damals kostete er sie nur den Depot-Stand. 2026 würde er ihnen auch die Tools nehmen, mit denen sie ihre Strategie sonst neu denken würden — Claude, ChatGPT, die KI-Agenten, die im Workflow sitzen. Das doppelte Risiko: Depot-Drawdown und gleichzeitiger Ausfall des Werkzeugs, mit dem man darauf reagieren wollte.*

* Diese Seite wird von Max Fraunhofer als privater Journalist betrieben und besitzt keine BaFin-Zulassung nach §32 KWG. Der Artikel ist journalistische Analyse, keine Anlageberatung im Sinne des § 1 Abs. 1a KWG oder § 2 Abs. 8 WpHG. Alle Zahlen stammen aus öffentlichen SEC-Filings, Earnings-Call-Transkripten, Analyst-Reports und Medienberichten (siehe Quellenliste). Vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator für künftige Ergebnisse. Wer aufgrund dieses Artikels Investitionsentscheidungen trifft, tut das auf eigenes Risiko und sollte einen zugelassenen Finanzberater oder Steuerberater hinzuziehen.

Making-of — Wie dieser Artikel entstanden ist
Making-of · zuletzt überarbeitet 1. Juni 2026

Wie dieser Artikel entstanden ist

Sechs Phasen über zwei Tage. Recherche-Pipeline mit parallelen Agenten, Fact-Check gegen Primärquellen, kompletter Rebuild nach Reader-Feedback. Methodik offen dokumentiert.

Pipeline
PHASE 01
Plan-Mode + Topic-Brief
Hypothese geklärt: Geld läuft bei den Hyperscalern im Kreis. Quellen-Richtlinie SEC-Filings < 6 Monate plus Burry-Originalquellen.
PHASE 02
4 parallele Research-Agenten
Tile-Daten aus 10-Q-Filings der Hyperscaler · Burry-Substack-Tracking · Cisco-1999-Retrospektive · AI-Circular-Deals-Pattern. Vier Sonnet-Läufe parallel.
PHASE 03
Fact-Check Research
Zahlen aus 10-Q-Filings gegen SEC EDGAR validiert. Burry-Zitate gegen Substack + Stocktwits gegen-gecheckt. Vier kritische Findings korrigiert (u.a. Quote-Attribution).
PHASE 04
Synthese
Drei Akte: Mechanik · Bücher · Lehre. Buchgewinn-vs-Cash als roter Faden. Cisco-Vergleich als historische Klammer. Enron-Block als Negativ-Abgrenzung vor Burry-Pivot.
PHASE 05
HTML-Build (v1)
Erste Version am 27. Mai mit Network-Diagramm im klassischen Karussell-Layout. Karussell · Bücher · Cisco-Loop.
PHASE 06
Reader-Feedback + Rebuild
Nach Feedback („versteht man von der Grafik nicht“) kompletter Story-Umbau am 28. Mai. Network-Diagramm raus, Diagramme 01 / 03 / 04 als dreiteilige Karten. Hook und Schluss neu — vom Burry-Zitat-Aufmacher zur Samstag-Morgen-Szene.
Methodik der Plausibilitäts-Rechnungen [△]: Das „echte P/E ~45 bis 53“ in Akt 04 entsteht in zwei Schritten. Erstens: vom ausgewiesenen Nvidia-P/E (~30) den ASC-321-Buchgewinn aus Q1 FY2027 (15,9 Mrd. $ unrealisierter Equity-Gain) aus der GuV abgezogen — Korridor landet bei rund 45. Zweitens: Goldman-Sachs-Schätzung „unter 15 Prozent von Nvidias Umsatz zirkulär bis 2027“ als oberen Korridor angewandt — ergibt rund 53 als obere Schätzung. Beide Werte sind Korridor-Estimates, keine Punktprognosen. Das 67-Mrd.-Aggregat in Akt 03 ist die Summe der vier Tile-Werte aus den jeweiligen 10-Q-Filings ([06], [07], [08], [02]) — keine eigene Schätzung.
Reviewer-Pass: vier parallele Reviewer (Fact-Check, UI/SEO, Legal, Lektor) plus Voice-Pass. Alle P0- und P1-Findings integriert vor Publish.

QuellenBelege, Filings, Track-Record

Konvention im Artikel: harte Zahlen, Zitate und externe Modell-Outputs sind im Fließtext mit einer hochgestellten Quellen-Nummer markiert. Klick springt direkt zum jeweiligen Eintrag. Drei Härtegrade visuell unterschieden:

[N] harte Primärquelle (SEC-Filing, Earnings-Call, offizielle Pressemitteilung) [N°] Analyst-Schätzung oder Sekundär-Bericht [] eigene Plausibilitäts-Rechnung — Methodik im Making-of
  1. 01CNBC · OpenAI schließt 122-Mrd.-Runde bei 852-Mrd.-Bewertung (31.03.2026) · Nvidia mit 30 Mrd. Equity-Stake.
  2. 02CNBC · Nvidia überschreitet 40 Mrd. $ AI-Equity-Investments (09.05.2026) · Aggregat aller Nvidia-Beteiligungen 2026.
  3. 03Stocktwits · „Michael Burry vs. Nvidia heats up: Big Short investor stands by his analysis“ (Mai 2026) · Burrys Reaktion auf Nvidias 7-seitiges Sell-Side-Memo, inkl. „I am not claiming Nvidia is Enron. It is clearly Cisco.“
  4. 05Michael Burry · „The Heretic's Guide to AI's Stars Part III: Tracepalooza & the Bezzle“ (22.05.2026) · Cisco-Bezug („There is a Cisco at the center of it all“), Bullwhip-Argument.
  5. 06Microsoft 10-Q Q3 FY2026 (SEC EDGAR, April 2026) · RPO 627 Mrd. $, +99 % YoY. OpenAI-Anteil aus Earnings-Call-Kommentaren abgeleitet.
  6. 07Alphabet 10-Q Q1 2026 (SEC EDGAR, April 2026) · Google Cloud Backlog 462,3 Mrd. $.
  7. 08Amazon 10-Q Q1 2026 (SEC EDGAR, April 2026) · AWS Performance Obligations 364 Mrd. $, gewichtete Restlaufzeit 5,5 Jahre.
  8. 09Oracle Q3 FY2026 IR-Pressemitteilung (10.03.2026) · RPO 553 Mrd. $, +325 % YoY. OpenAI-300-Mrd.-Vertrag.
  9. 10CoreWeave 8-K SEC (09.09.2025) · Backstop-Agreement Nvidia, 6,3 Mrd. $ bis 2032. Primärquelle für CoreWeave-Mechanik.
  10. 11CoreWeave 10-Q Q1 2026 (SEC EDGAR, Mai 2026) · Backlog 99,4 Mrd. $, OpenAI-Anteil 22,4 Mrd.
  11. 12Elite Currensea · Burry-Track-Record-Analyse (2024) · 2023er Sell-Tweet, SPY/QQQ-Puts mit 40 bis 50 Prozent Verlust.
  12. 13Benzinga · Goldman Sachs flags „Circular Revenue“ risk (Oktober 2025) · Schätzung: unter 15 Prozent von Nvidias Umsatz bis 2027.
  13. 15TechnoStatecraft · Cisco vs. Nvidia — Dotcom-Vergleich (2025) · Cisco P/E 201, 555 Mrd. Market Cap, 88 % Fall, ATH März 2000.
  14. 21American Affairs Journal · „Who Lost Lucent?“ (August 2020) · Vendor-Financing-Volumen 1999–2001, SEC-Restatement-Detail.
  15. 22Howard Marks / Oaktree Capital · „Is It a Bubble?“ Memo (Dezember 2025) · Top-4-Hyperscaler 451 Mrd. Op-Cashflow 2024, „Some AI revenue is currently circular in nature.“