Akt 01 · Die MeldungDrei Rekorde in neun Tagen, ein einziger Auslöser
Zwischen dem 22. und dem 30. Juli 2026 legten Alphabet, Microsoft und Amazon ihre Quartalszahlen vor. Alle drei meldeten Rekorde, zusammen 210 Milliarden Dollar Nettogewinn in einem Quartal. In Amazons Pressemitteilung steht dazu ein Satz, den kaum jemand zitiert hat.
Der Satz. „Second quarter 2026 net income includes non-operating pre-tax other income of $53.4 billion, primarily from our investments in Anthropic.“[01]
Übersetzt. Von 62,6 Milliarden ausgewiesenem Gewinn sind 53,4 Milliarden keine Einnahme. Kein Kunde hat dafür gezahlt, kein Cent ist geflossen.
Die Gegenprobe. Amazons lag im selben Zeitraum auf Zwölfmonatssicht bei minus 7,604 Milliarden. Ein Jahr zuvor waren es plus 18,184[01].
„Rekordgewinn“ und „kein Geld verdient“ standen im selben Dokument.
Beides stimmt. Es ist eine Bilanzierungsregel, kein Widerspruch.
Was ein Buchgewinn ist, in einem Bild
Stell dir vor, du hast vor drei Jahren ein Haus gekauft. Gestern hat dein Nachbar sein baugleiches Haus für das Doppelte verkauft. Deins ist damit auf dem Papier doppelt so viel wert. Du hast keinen Cent bekommen, kannst davon nichts kaufen, und wenn der Markt dreht, ist der Zuwachs wieder weg.
Der einzige Unterschied zu Amazon: du musst das nicht als Einkommen in deine Steuererklärung schreiben. Ein US-Konzern muss es in seine Gewinn- und Verlustrechnung schreiben. Das ist ein .
Der Nachbar heißt hier . Am 28. Mai 2026 flossen 65 Milliarden Dollar frisches Kapital in Anthropic, zu einer Bewertung von 965 Milliarden[05]. Amazon hatte über drei Jahre 13 Milliarden in dieselbe Firma gezahlt[08] und schreibt diesen Anteil jetzt auf den neuen Preis hoch. Die Differenz ist der Gewinn.
Wer diese 65 Milliarden aufgebracht hat, ist die interessantere Frage. Die Antwort steht in Akt 03.
Das ist legal, geprüft und Standard. Es hat nur zwei Eigenschaften, die im Wort „Gewinn“ nicht mitschwingen: Man kann es nicht ausgeben, und es kann sich umdrehen.
Akt 02 · Die RegelWer mehr besitzt, darf weniger buchen
Microsoft ist der Kontrollfall: Der Konzern hält Anteile an beiden großen KI-Laboren. Im selben Quartal, in dem Amazon 53 Milliarden bucht, steht bei Microsoft in der gesamten Zeile für nicht-operative Erträge ein Plus von 3,444 Milliarden[03]. Ein Jahr zuvor stand dort ein Minus von 1,707 Milliarden.
Die 20-Prozent-Schwelle
Im US-Bilanzrecht entscheidet die Höhe der Beteiligung darüber, was überhaupt in der Gewinnrechnung landen darf. Die Grenze liegt bei rund 20 Prozent der Stimmrechte: ab dort wird vermutet, dass ein Investor maßgeblichen Einfluss ausübt[13].
Unterhalb der Schwelle gilt . Weil es für eine nicht börsennotierte Firma keinen laufenden Kurs gibt, greift die sogenannte : bewertet wird zum Anschaffungspreis, angepasst wird nur bei einem beobachtbaren Preisereignis. Ein solches Ereignis ist eine neue Finanzierungsrunde. Hier sitzen Amazons und Alphabets Anthropic-Anteile.
Oberhalb der Schwelle gilt , die Equity-Methode. Dann bucht der Investor nicht mehr den Wert der Beteiligung, sondern seinen Anteil am Ergebnis des Beteiligungsunternehmens. Bei einem KI-Labor, das Milliarden verbrennt, ist das eher ein Verlustkanal, Wertsteigerungen tauchen gar nicht mehr auf.
Je größer die Beteiligung, desto weniger darf ihr Wertzuwachs in den Gewinn.
Dieselbe Regel beschert Amazon und Alphabet ihre Rekordzahlen: Beide halten Anthropic bewusst unterhalb der Schwelle. Amazons Anteil läuft über stimmrechtsloses Vorzugskapital, Alphabets liegt bei rund 14 Prozent.
Alle drei Buchgewinne haben denselben Auslöser: Anthropics Series H am 28. Mai 2026 fällt in das Quartal aller drei Konzerne. Ein einziges Preisereignis bei einer Firma, an der keiner die Mehrheit hält, bewegt drei Gewinnrechnungen. Bekommen hat davon keiner einen Dollar.
War das immer so? Nein, die Regel gilt erst seit 2018
Bis Ende 2017 galt für Beteiligungen ohne Börsenkurs die cost method: Der Anteil stand zum Anschaffungspreis in den Büchern und blieb dort. Wertsteigerungen tauchten in der Gewinnrechnung nicht auf, sie wurden erst zum Gewinn, wenn tatsächlich verkauft wurde, also wenn Geld floss.
Im Januar 2016 hat der US-Standardsetzer FASB das umgestellt. ASU 2016-01 schaffte die cost method ab, Beteiligungen sind seither zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen, und Wertänderungen laufen durch die Gewinn- und Verlustrechnung. Für Konzerne mit Kalendergeschäftsjahr gilt das ab dem Geschäftsjahr 2018. Aus dieser Umstellung stammt auch die measurement alternative[14].
Hätte Anthropic dieselbe Runde 2017 abgeschlossen, stünde bei Amazon an dieser Stelle eine Null.
Dass die Umstellung die Gewinne unruhiger machen würde, war damals bekannt. EY schrieb 2016 für Mandanten, die cost method sei für Beteiligungen ohne verlässlich bestimmbaren Marktwert nicht mehr anwendbar, und daraus folge:
„The new guidance could significantly increase earnings volatility for some entities, especially those that hold significant investments in equity securities they classified as AFS before adopting ASU 2016-01.“EY, Technical Line zu ASU 2016-01[14]
EY hatte dabei vor allem börsennotierte Beteiligungen im Blick, deren Wertschwankungen bis dahin am Nettogewinn vorbei ins Eigenkapital liefen. Die Rekordzahlen von heute stammen aus dem anderen Zweig derselben Umstellung, den Beteiligungen ohne Börsenkurs. Recht behalten hat die Warnung trotzdem: Der ausgewiesene Gewinn schwankt seither aus Gründen, die mit dem Geschäft nichts zu tun haben.
Die 53,4 Milliarden sind kein Trick und keine Grauzone, sondern die vorgeschriebene Folge einer Regel, die es erst seit acht Bilanzjahren gibt. Sichtbar wird sie erst jetzt, weil es vorher keine Privatfirmen gab, deren Bewertung sich binnen zwölf Monaten verdreifacht, während Konzerne mit zweistelligen Milliardenanteilen daran sitzen.
Dasselbe Ereignis, drei unterschiedlich offene Mitteilungen
Alle drei buchen aus demselben Anlass, aber sie sagen unterschiedlich deutlich, woher der Gewinn kommt.
| Konzern | Wo die Zahl steht | Wird die Beteiligung benannt? |
|---|---|---|
| Amazon | Pressemitteilung, dritter Aufzählungspunkt, im Klartext: „non-operating pre-tax other income of $53.4 billion“[01] | Ja, wörtlich „primarily from our investments in Anthropic“ |
| Alphabet | Pressemitteilung als Aggregatzeile „Gain on equity securities, net“ über 99,0 Mrd., Nachsteuer-Effekt in der Fußnote[02] | Nein. Der Wert einer nicht benannten Beteiligung steht in einem separaten Filing, die Zuordnung stammt von Bloomberg[06] |
| Microsoft | Pressemitteilung, im Abschnitt zu Sonderposten: „These include a $3.2 billion gain from our investment in Anthropic“. Der kleinere OpenAI-Effekt über 480 Mio. steht zusätzlich in einer eigenen Überleitungstabelle[03] | Ja, beide Beteiligungen namentlich. Microsoft weist als einziger sogar einen um die Beteiligung bereinigten Gewinn aus |
Akt 03 · Die KurveVor einem Jahr waren es zwei Milliarden
Die Zahlen aus Akt 01 sind ein Standbild. Die Bewegung sagt mehr: derselbe Posten, sechs Quartale hintereinander, bei denselben zwei Konzernen.
Erstens springt die Zahl, statt zu wachsen. Q2 und Q4 2025 liegen bei zwei bis dreieinhalb Milliarden, Q1 und Q3 dazwischen bei zwölf und einundzwanzig. Das ist kein Geschäftsverlauf, das ist ein Terminkalender: Gebucht wird nur, wenn eine neue Finanzierungsrunde stattfindet. Ein Ertrag mit diesem Muster lässt sich nicht fortschreiben, und das versucht jede Prognose.
Zweitens ist die Größenordnung neu. Im Quartal zum 30. Juni 2025 machten die Buchgewinne nach Steuern bei Amazon rund fünf Prozent des Nettogewinns aus, bei Alphabet rund vier. Ein Jahr später sind es zwei Drittel. Wer das für den Normalzustand hält, hält ein Jahr für einen Trend.
Und woher kam das Geld, das den Preis gesetzt hat?
Fremde bewerten Anthropic hoch, drei Konzerne schreiben ihre Anteile mit. Das ist unvollständig: Anthropic hat in der Series-H-Mitteilung aufgeschlüsselt, woher die 65 Milliarden stammen.
Damit stimmt die Haus-Analogie aus Akt 01 nicht mehr ganz. Der Nachbar hat sein Haus nicht einfach teurer verkauft. Ein Teil des Kaufpreises kam von dir.
Gut drei Viertel der Runde sind Geld von Investoren, die mit Amazon, Google und Microsoft nichts zu tun haben. Der Preis von 965 Milliarden ist nicht von den Hyperscalern gemacht. Ohne sie ist er aber auch nicht zustande gekommen. Auffällig ist das Verhältnis von Einsatz zu Buchung: Amazon hat 13 Milliarden in Anthropic gezahlt und schreibt daraus in einem einzigen Quartal 53,4 Milliarden Gewinn. Das Vierfache dessen, was je überwiesen wurde.
Akt 04 · Die FolgenWarum das mehr ist als eine Fußnote
Man könnte einwenden: geschenkt, Analysten rechnen das ohnehin heraus. Das ist das beste Gegenargument, Gil Luria von D.A. Davidson sagt es so[04]. Trotzdem bleiben drei Punkte stehen.
Erstens: Der Zuwachs besteht fast nur aus dieser einen Position
Die Prozentzahl am Gewinn ist die harmlosere Sicht. Rechnet man auf den Zuwachs, sieht es anders aus. Auch im Vorjahresquartal standen bereits Buchgewinne in den Büchern. Wer sie nur aus dem aktuellen Quartal herausrechnet, vergleicht ein bereinigtes mit einem unbereinigten Jahr und drückt das Ergebnis. Die folgende Rechnung bereinigt deshalb beide Perioden.
| Kennzahl, in Mrd. $ | Amazon | Alphabet | Microsoft |
|---|---|---|---|
| Nettogewinn Vorjahresquartal | 18,2 | 28,2 | 27,2 |
| davon Buchgewinn nach Steuern | 0,9 | 1,0 | −1,6 |
| bereinigt, Vorjahr | 17,3 | 27,2 | 28,8 |
| Nettogewinn Q2 2026 | 62,6 | 112,2 | 35,8 |
| davon Buchgewinn nach Steuern | 41,6 | 77,1 | 3,1 |
| bereinigt, jetzt | 21,0 | 35,1 | 32,7 |
| Anteil am Zuwachs | rund 92 % | rund 91 % | rund 54 % |
| gemeldetes Wachstum | +245 % | +298 % | +31 % |
| nachrichtlich: Bereinigung des Konzerns selbst | keine | keine | +22 % (nur OpenAI) |
| Wachstum ohne Buchgewinn | rund +22 % | rund +29 % | rund +14 % |
Plus 22 und plus 29 Prozent sind ordentliche Zahlen für Konzerne dieser Größe. Sie sind nur etwas anderes als plus 245 und plus 298.
Microsoft zeigt, dass die Sache in beide Richtungen läuft. Der Konzern meldet plus 31 Prozent und wirkt wie der solide Gegenentwurf zu den anderen beiden. Im Vorjahresquartal stand dort aber ein Verlust aus der OpenAI-Beteiligung von 1,575 Milliarden in den Büchern[03], der die Vergleichsbasis nach unten gedrückt hat.
Microsoft veröffentlicht die um die OpenAI-Beteiligung bereinigten Zahlen freiwillig neben den offiziellen und kommt damit auf plus 22 statt plus 31 Prozent[03]. Die Bereinigung lässt den Anthropic-Gewinn stehen, der im Quartal größer war. Rechnet man auch ihn heraus, bleiben rund 14 Prozent. Der Konzern mit dem kleinsten Buchgewinn ist damit der einzige der drei, dessen bereinigtes Wachstum unter dem gemeldeten liegt.
Zweitens: Es verzerrt inzwischen den ganzen Index
Der Datenanbieter hat für das Quartal nachgerechnet, was passiert, wenn man diese Posten herausnimmt. Das Gewinnwachstum des gesamten S&P 500 lag bei rund 48 Prozent. Ohne die Beteiligungsgewinne von Alphabet und Amazon wären es rund 29 gewesen[04].
Zwei Positionen in zwei Bilanzen erklären damit knapp zwei Fünftel des Gewinnwachstums der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen. Wer einen breiten Indexfonds bespart, hat das in seiner Rendite, ohne dass irgendwo ein zusätzlicher Dollar erwirtschaftet wurde.
Drittens: Es fällt in ein Quartal, in dem das Geld knapp wurde
Buchgewinne wären eine Randnotiz, wenn daneben der Cashflow stimmte. Er stimmt nicht. Amazons Investitionen der letzten zwölf Monate lagen bei 169,0 Milliarden gegen 161,4 Milliarden operativen Cashflow, also bei rund 105 Prozent[01]. Unter den großen Anbietern ist Amazon damit der einzige über hundert, die übrigen liegen laut einer unabhängigen Auswertung zwischen 57 und 63 Prozent[10]. Die langfristigen Schulden verdoppelten sich in einem halben Jahr von 65,6 auf 128,9 Milliarden[01].
Und Alphabet, ein Konzern mit rund 144 Milliarden Netto-Cash, hat im Juni 2026 Aktien ausgegeben: 49,6 Milliarden netto, dazu ein Programm über weitere 40 Milliarden[02]. Im selben Quartal, in dem es 99 Milliarden Buchgewinn ausweist, besorgt es sich frisches Eigenkapital.
Der Gewinn steht in der Gewinnrechnung. Das Geld kam von der Börse.
ClosingWas daraus wird
„Wird aus dem Papier je Geld?“
Die Buchgewinne werden real.
Anthropic hat am 1. Juni 2026 vertraulich die Unterlagen für einen Börsengang eingereicht. Kommt der auf oder über dem Series-H-Niveau, wird aus der Buchung ein Marktpreis, an dem sich Anteile tatsächlich verkaufen lassen. Amazons 13 Milliarden Einsatz wären dann echte Milliarden wert, und die Bilanzzeile hätte nur früher recht gehabt als die Kasse. Für diesen Ausgang spricht das Handfeste: Die Rechenzentren sind ausgelastet, auf KI-Chips wartet man Monate, und die Verträge dahinter sind unterschrieben.
Die Buchgewinne gehen in Flammen auf.
Fällt die Bewertung bei der nächsten Runde oder beim Börsengang, läuft derselbe Mechanismus rückwärts. Gleiche Zeile, gleiches Regelwerk, anderes Vorzeichen, und ohne dass ein Kunde weniger bestellt hätte. Die Fallhöhe ist bekannt: 244 Milliarden an Buchgewinnen aus sechs Quartalen, die nie durch eine Kasse gelaufen sind und deshalb auch nicht durch eine verteidigt werden können. Wer die Gewinne als Ertragskraft gelesen hat, wird den Verlust als Zusammenbruch lesen. Beides wäre gleich falsch.
Ausgang C · der Mittelweg, und das Wahrscheinlichste. Die Buchgewinne bleiben, und der ausgewiesene Gewinn hört auf, als Kennzahl zu funktionieren. Das passiert bereits: Analysten rechnen die Posten heraus, LSEG weist zwei Zahlen nebeneinander aus. Was übrig bleibt, ist eine Kennzahl, die man nur noch mit Fußnote lesen kann.
Der nächste Datenpunkt hat ein Datum: Nvidia meldet am 26. August 2026 sein zweites Quartal. Im Quartal davor stammten 15,9 von 58,3 Milliarden Nettogewinn aus Beteiligungsgewinnen, also gut 27 Prozent, und der Bestand an nicht börsennotierten Beteiligungen hat sich in drei Monaten von 22,3 auf 43,4 Milliarden fast verdoppelt[11]. Die 152 Milliarden aus diesem Artikel sind damit vermutlich noch nicht die ganze Zahl für dieses Quartal.*
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Offenlegung (Interessenkonflikt): Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung direkte Aktienpositionen u.a. in Alphabet, Amazon, Microsoft, Meta, ASML und TSMC sowie breit gestreute Indexfonds (u.a. MSCI World), über die indirekt auch Beteiligungen an weiteren im Artikel genannten Unternehmen bestehen. Direkte Positionen in Nvidia oder Oracle bestehen nicht; Short-Positionen in den genannten Werten bestehen nicht.
QuellenBelege, Filings, Transkripte
Konvention im Artikel: harte Zahlen, Zitate und externe Modell-Outputs sind im Fließtext mit einer hochgestellten Quellen-Nummer markiert. Klick springt direkt zum jeweiligen Eintrag. Drei Härtegrade visuell unterschieden:
- 01Amazon · Earnings Release Q2 2026 (30.07.2026) · Nettogewinn 62,647 Mrd., Other income (expense), net 53,415 Mrd. mit dem wörtlichen Zusatz „primarily from our investments in Anthropic“. Freier Cashflow TTM minus 7,604 Mrd. gegen plus 18,184 Mrd. im Vorjahr. AWS 42,232 Mrd. bei plus 36,7 Prozent. Langfristige Schulden 65,648 Mrd. (31.12.2025) auf 128,894 Mrd. (30.06.2026). Direkt gelesene Primärquelle.
- 02Alphabet · Earnings Release Q2 2026 (22.07.2026) · Nettogewinn 112,193 Mrd., „Gain on equity securities, net“ 99,031 Mrd. Fußnote wörtlich: der Gewinn erhöhte Steueraufwand, Nettogewinn und Ergebnis je Aktie um 21,9 Mrd., 77,1 Mrd. und 6,26 USD. Freier Cashflow Q2 minus 5,855 Mrd. Eigenkapitalerhöhung Juni 2026 über 49,6 Mrd. netto plus ATM-Programm über 40 Mrd. Google Cloud 24,768 Mrd. bei plus 82 Prozent. Direkt gelesene Primärquelle.
- 03Microsoft · FY2026 Q4 Ergebnisse (29.07.2026) · Umsatz 90,0 Mrd., Nettogewinn 35,8 Mrd., Azure plus 43 Prozent, freier Cashflow rund 19,6 Mrd. OpenAI-Effekt nach Equity-Methode plus 480 Mio. im Quartal (0,07 USD je Aktie, ablesbar aus der Differenz zwischen GAAP- und Non-GAAP-Ergebnis je Aktie), FY2026 gesamt plus 4,963 Mrd.
- 04CNBC · „Big Tech's Anthropic and OpenAI stakes are distorting the corporate earnings picture“ (03.08.2026) · Tajinder Dhillon (LSEG) wörtlich: „Without those gains from just Alphabet and Amazon's private company stakes, aggregate earnings growth would be sitting around 29%“, gegenüber rund 48 Prozent gemeldet. Enthält auch Gil Luria (D.A. Davidson) zur Frage, dass Analysten diese Posten bereits herausrechnen. Datenanbieter-Auswertung über einen Medienbericht.
- 05Anthropic · Series-H-Pressemitteilung (28.05.2026) · 65 Mrd. frisches Kapital, 965 Mrd. Post-Money-Bewertung. Das Preisereignis, das die Neubewertungen bei Amazon, Alphabet und Microsoft im selben Quartal ausgelöst hat. Zur Herkunft des Geldes wörtlich: „It also includes $15 billion of previously committed investments from hyperscalers, including $5 billion from Amazon.“ Co-geführt laut Mitteilung von Capital Group, Coatue, D1 Capital Partners, GIC, ICONIQ und XN, weitere genannte Investoren unter anderem Blackstone, Brookfield, Fidelity, Jane Street, Lightspeed, MGX, T. Rowe Price und Temasek. Google erscheint nicht als Geldgeber, sondern über eine Zusage für fünf Gigawatt TPU-Kapazität gemeinsam mit Broadcom.
- 06Bloomberg · Alphabets Anthropic-Anteil bei rund 124 Mrd. (23.07.2026) · Alphabet bezifferte in einem separaten Filing den Fair Value einer nicht namentlich genannten Beteiligung an einem privaten Unternehmen auf rund 124,3 Mrd. zum 30.06.2026. Die Zuordnung zu Anthropic stammt von Bloomberg, nicht von Alphabet. Welche Filing-Art die Offenlegung enthielt, ist in den Sekundärquellen uneinheitlich beschrieben (8-K oder 10-Q), ein Direktabgleich mit dem Original war nicht möglich.
- 07TechCrunch · Microsoft verbucht 3,2 Mrd. aus der Anthropic-Beteiligung (29.07.2026) · Einordnung der Zahl und Kontext: Microsoft investierte im November 2025 rund 5 Mrd. in Anthropic. Die Investitionssumme selbst stammt aus dieser Berichterstattung. Sekundärbericht. Die 3,2 Mrd. sind nicht von hier belegt, sondern aus Microsofts eigener Pressemitteilung[03], wo sie im Wortlaut stehen. Eine frühere Fassung dieses Artikels führte die Zahl fälschlich als reines Zitat aus dem Earnings Call.
- 08Amazon · Zusätzliche Investition in Anthropic (20.04.2026) · 5 Mrd. sofort auf die bis dahin gezahlten 8 Mrd., insgesamt bis zu 25 Mrd. weitere zugesagt. Kumuliert tatsächlich eingezahlt: 13 Mrd. Im Gegenzug Compute-Verpflichtung Anthropics gegenüber AWS.
- 09Bloomberg · OpenAI mit 852 Mrd. bewertet nach Abschluss der 122-Mrd.-Runde (31.03.2026) · Amazon mit 50 Mrd. größter Einzelinvestor, Nvidia und SoftBank mit je 30 Mrd. Amazons Anteil laut Berichterstattung in Tranchen strukturiert.
- 10Silicon Analysts · Hyperscaler-Capex gegen Cashflow (10.07.2026) · Amazon: Capex der letzten vier Quartale 151,0 Mrd. gegen operativen Cashflow 148,5 Mrd., Quote 102 Prozent. Zum Vergleich Alphabet 63, Meta 61, Microsoft 57 Prozent. Unabhängige Auswertung eines Fachblogs, kein Bankhaus-Research.
- 11Nvidia · Q1 FY2027 Ergebnisse (20.05.2026) · Umsatz 81,615 Mrd., Nettogewinn 58,321 Mrd., davon 15,9 Mrd. Gewinne aus Beteiligungen (13,4 Mrd. börsennotiert, überwiegend CoreWeave, 2,6 Mrd. nicht börsennotiert). Nächster Bericht am 26.08.2026. Der Bestandswert nicht börsennotierter Beteiligungen (22,3 auf 43,4 Mrd.) stammt aus einer Sekundärauswertung des 10-Q.
- 12Bloomberg · Microsoft meldet über 130 Mrd. an neuen Rechenzentrums-Leasingverträgen (29.07.2026) · Bestand an unterschriebenen, aber noch nicht begonnenen Leasingverpflichtungen zum 30.06.2026 bei rund 329,1 Mrd., nach 196,6 Mrd. zum 31.03.2026. Sekundärquelle mit Zitat aus dem Filing, kein Direktabgleich möglich.
- 13Deloitte DART · Roadmap zu ASC 323, Equity Method Investments · Die Vermutung der maßgeblichen Einflussnahme ab rund 20 Prozent Stimmrechtsanteil und die Folge für die Ergebnisbuchung. Ergänzend PwC Viewpoint zu ASC 321 und zur measurement alternative für Beteiligungen ohne verlässlich bestimmbaren Marktwert. Fachliteratur zum Bilanzierungsstandard, keine Unternehmensangabe.
- 14EY · Technical Line zu ASU 2016-01, Recognition and Measurement of Financial Assets and Financial Liabilities · Wirksamkeit wörtlich: „The guidance is effective for calendar-year public business entities beginning in 2018“, für Geschäftsjahre, die nach dem 15. Dezember 2017 beginnen. Zur Abschaffung der cost method wörtlich: Unternehmen „no longer use the cost method of accounting as it was applied before they adopted ASU 2016-01 for equity securities that do not have readily determinable fair values. As such, the new guidance could significantly increase earnings volatility for some entities.“ Fachpublikation einer Prüfungsgesellschaft zum Standard, keine Unternehmensangabe.
- 15Zeitreihe Diagramm 03 · Earnings Releases der sechs Quartale, jeweils direkt gelesen: Amazon Q1 2026, Q4 2025, Q3 2025 · Alphabet Q1 2026, Q4 2025, Q3 2025. Werte für Q1 und Q2 2025 aus den Vergleichsspalten derselben Dokumente. Amazon: Zeile „Other income (expense), net“ (2,749 · 1,117 · 10,186 · 1,177 · 15,647 · 53,415). Alphabet: Zeile „Gain (loss) on equity securities, net“ (9,758 · 1,286 · 10,734 · 2,302 · 36,915 · 99,031). Alphabet nennt zusätzlich den Nachsteuer-Effekt je Quartal in der Fußnote, für Q4 2025 1,8 Mrd. und für Q1 2026 28,7 Mrd.
- 16Microsoft · Geschäftsbericht 10-K für das Geschäftsjahr 2026 (Stichtag 30.06.2026) · Zur OpenAI-Beteiligung wörtlich: „We have an investment accounted for under the equity method that represents an approximate 25% interest on an as-converted basis“ sowie „We have made total funding commitments of $13.0 billion related to our investment, of which $11.9 billion has been funded as of June 30, 2026.“ Zur Bewertungsmethode: „We calculate our equity method income or loss using the hypothetical liquidation at book value (‚HLBV‘) method because our liquidation rights and priorities differ from our underlying ownership interest.“ Direkt gelesene Primärquelle.
- 17Constellation Research · Microsofts OpenAI-Anteil und dessen geschätzter Wert · Grundlage für die im Umlauf befindliche Größenordnung von rund 135 Mrd. für Microsofts OpenAI-Position. Sekundärquelle mit einer Marktwert-Schätzung. Dieser Wert steht so nicht in Microsofts Bilanz: unter der Equity-Methode wird die Beteiligung mit den Einzahlungen abzüglich übernommener Verluste geführt, nicht mit einem Marktwert. Eine frühere Fassung dieses Artikels bezeichnete die 135 Mrd. fälschlich als Buchwert.